Donnerstag, 10. Juli 2014

Neues vom Netz: Wie Pilze aus dem Boden

Es geht um Mode, um Beauty, um Sprüche, um Lifestile. Das alles verpackt in quadratischen Fotos. Derzeit scheinen sogenannte 'Mädchenkram'-Seiten wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Junge Mädchen, manchmal alleine, gelegentlich auch zu zweit, starten auf Instagram, Hipster-Mekka und Ort der schnell geteilten Fotos mit coolen Effekten, eigene Seiten, die alle nach dem gleichen Schema aufgebaut sind: Mehrmals pro Woche werden dort Bilder gepostet, sie zeigen Nagellack in den Farben des Sommers, eine Markenhandtasche, ein tolles Paar Schuhe, Bilder von Essen, aber eher von Obstsalat als von Grillsteaks und Bacon. Daneben findet man die 'berüchtigten' Bilder mit mehr oder minder tiefgründigen Sprüchen, das ein oder andere Selfie oder ein Beauty-Tipp ist auch mal dabei.

Allein in Deutschland gibt es längst dutzende dieser Seiten, sie alle sind sich mehr oder minder ähnlich. Erste Ableger finden sich auch für das männliche Geschlecht.
Der Trend gleicht der Welle von Hunderten junger deutscher Let's-Player , die vor drei bis zwei Jahren ihr Glück auf YouTube versuchten, angeregt von großen Vorreitern wie Gronkh, der es mittlerweile zum erfolgreichsten deutschen YouTuber geschafft hat. 
Im Gegensatz zu den Gamern, die meist den Traum hatten, von YouTube Leben zu können, geht es den Mädchen auf Instagram nicht um Geld. Das kann man auf Instagram so gut wie gar nicht verdienen. Es geht um Likes, Follower, Aufmerksamkeit.
Typisches 'Mädchenkram'-Profil

Liest man sich die Profile durch, stehen dort oft Ziele: 500 Abonnenten am Anfang, später 2000 oder 5000. Der Traum von ein wenig 'Prominenz' im Internet, von der  Welt der Mode und der High Society scheint durch.
Der Weg zu mehr Abonnenten ist immer gleich: In den Kommentaren von Posts erfolgreicher Profile wird geworben: 'Schaut doch mal bei uns vorbei...', 'Liked mein letztes Bild und ich like fünf von Euch', 'Follow for Follow :)'.
Der bescheidene Erfolg gibt den Leuten hinter den Profilen recht: Nutzerin itscaroo bezieht sich zwar nicht explizit auf die Mädchenkram-Schiene, haut aber in eine ähnliche Kerbe und bringt es auf rund 224.000 Abonnenten.


Was man von dem Erfolg hat, muss wohl jeder selber wissen. Im Gegensatz zur erwähnten Let's-Play-Welle ist die Gefahr, nur noch in der virtuellen Welt zu leben, jedenfalls deutlich kleiner, denn im Gegensatz zu mehreren Stunden zocken am Tag reicht ein schnelles Foto von der neuen Halskette. Viel weniger Zeitaufwand also.
Bald wird der 'Markt' für solche Seiten gesättigt sein, vielleicht werden einige Firmen die Prominenz für ihre Zwecke nutzen. Der Trend der Instagram-'Mädchenkram'-Seiten wird jedenfalls bald zu Ende sein. Mal schauen, was dann kommt.

1 Kommentar :

  1. Insgesamt eine recht flache Sache, finde ich. Es ist schon erstaunlich, wie sehr manche Menschen dazu bereit sind, sich auf diesen Mist ganz weit nach unten zu reduzieren. Andererseits: Es gibt wahrlich Schlimmeres! Vielleicht liegt es auch am Alter (?)

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