Was lag da näher, als mir das Album herauszusuchen, dass in meiner Anlage derzeit rauf und runter läuft:
Oasis - Familiar to Millions.
Liest man sich den Wikipedia-Artikel durch, stößt man an dessen Ende auf eine Kritik auf laut.de mit der Bewertung 2/5 Sternen.
Der Verfasser zeigt sich enttäuscht über die Qualität des Albums und schreibt im Schluss:
Fazit: noch nie zuvor wurde ein "Leck mich am Arsch" perfekter vertont.
Er meint es negativ, ich meine es positiv und beziehe es vor allem auf Liam, doch dazu später mehr.
Zunächst der Reihe nach: Das Konzert beginnt, Überraschung, mit dem Intro. Es ist zufällig das gleiche wie auf Standing on The Shoulder of Giants.
Nettes Ding, doch leider mit zwei Schwachpunkten. Erstens: Das Ding läuft vom Band. Bei den früheren Oasis-Konzerten wurde das Intro noch live eingespielt. Zweitens: Ich finde The Swamp Song besser als Fuckin' in The Bushes.
Dann geht das eigentliche Konzert los: Die Band betritt die Bühne, Liam beleidigt das Publikum. Nicht unbedingt nett, aber das gehört nun mal zu einem guten Oasis-Konzert dazu.
Bereits die ersten Akkorde von Go let it Out legen die Marschrichtung für das gesamte Konzert fest: Die Gitarren sind elektrisch statt akustisch, und sie klingen fett. Richtig fett. Niemals habe ich so eine Wall of Sound erleben dürfen.
Mit dem Singen hält sich Liam dezent zurück. Stattdessen rotzt er die Vocals eher ins Mikro, und das hört sich irgendwie toll an und es ist genau die vom Rezensenten angeprangerte Vertonung von 'Leck mich am Arsch'.
Mag nicht jeder toll finden, aber ich finde es großartig.
Mit Who feels Love? geht es munter weiter, auch hier werden Akustik- durch E-Gitarren ersetzt, auch hier klingt es gut. Liam sabbelt dann wieder unverständliche Worte ins Mikro, und mit Supersonic steht dann der erste Klassiker auf der Setlist. Und mir ist keine annähernd so gute Liveversion dieses Liedes bekannt. Da passt einfach alles.
Shakermaker folgt darauf und steht dem in nichts nach.
Acquiesce ist ganz okay, aber mehr auch nicht. Beide Gallaghers haben bei diesem Lied schon bessere Gesangsleistungen abgerufen. Sei's drum.
Bei Step Out übernimmt Noel zum ersten Mal den Lead-Gesang. Routiniert und weit besser als im Lied zuvor. Dann folgt mit Gas Panic! wieder ein neuer Song, und auch hier singt Liam weniger als dass er die Töne ins Mikrofon presst, und an wenigen Stellen passt dies so gut wie in diesem Song. Noel verliert sich am Ende ein wenig in Gitarren-Geschwurbel, aber ansonsten eine ganz starke Leistung.
Roll With It und Stand by me werden dann ebenso routiniert und ordentlich 'heruntergespielt' wie Step Out.
CD-Wechsel. Wonderwall ist an der Reihe. Auch hier wird auf irgendwelche akustischen Elemente verzichtet, auch die Streicher im Original fallen der Wall of Sound zum Opfer. Klingt trotzdem gut.
Der Gesang wir an dieser Stelle durch die Aufnahmen eines anderen Konzertes ersetzt, denn wie auf der DVD zu erkennen ist, hat Liam hier mehr beleidigt als gesungen. Gut, dass das bereinigt wurde.
Es folgt Cigarettes & Alcohol. Das Lied selbst ebenfalls routiniert und nicht außergewöhnlich, beginnt aber mit einer schönen Zurschaustellung des Girartensounds. Nett!
Dann wieder zwei absolute Höhepunkte: Noel Gallagher läuft in Don’t Look Back in Anger zunächst zur Höchstform auf und lässt dann das Publikum den Refrain singen, was die 70.000 Zuschauer auch ausgiebig nutzen. Selten ein Publikum so laut (und auch noch richtig und im Takt) mitsingen hören. Gänsehaut!
Nach weiteren kurzen Geschwätz folgt Live Forever, und diese Performance ist mehr als nur ein Höhepunkt. Es ist eine der besten Aufnahmen, die ich je gehört habe. Und das liegt vor allem an Liams Gesang. Manche mögen die Art, wie er dieses Lied singt, zum Schreien finden, ich finde sie zum Niederknien. Gänsehaut hoch zehn!
Dem doppelten Klimax folgt der Absturz: Das Neil Young-Cover Hey Hey, My My wirkt irgendwie deplatziert. Sorry, damit kann ich nichts anfangen...
Nach reichlich Applaus gibt's dann noch ein Cover von Helter Skelter als Bonus. Braucht kein Mensch, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul.
Familiar to Millions ist zum großen Teil eine wahre Two-Man-Show der Gebrüder Gallagher. Der Rest der Band bleibt wie üblich über weite Strecken dezent im Hintergrund, aber Noel und Liam sind (weitgehend) glänzend aufgelegt.
Mag sein, dass die Oasis-Konzerte wie an der Maine Road oder in Knebworth 1996 eher einen Legendenstatus haben. Aber Familiar to Millions für mich das ultimative Oasis-Konzert.
Die musikgewordene Mittelfinger-Attitüde. Oder die perfekte Vertonung von "Leck mich am Arsch".
Der Verfasser zeigt sich enttäuscht über die Qualität des Albums und schreibt im Schluss:
Fazit: noch nie zuvor wurde ein "Leck mich am Arsch" perfekter vertont.
Nettes Ding, doch leider mit zwei Schwachpunkten. Erstens: Das Ding läuft vom Band. Bei den früheren Oasis-Konzerten wurde das Intro noch live eingespielt. Zweitens: Ich finde The Swamp Song besser als Fuckin' in The Bushes.
Dann geht das eigentliche Konzert los: Die Band betritt die Bühne, Liam beleidigt das Publikum. Nicht unbedingt nett, aber das gehört nun mal zu einem guten Oasis-Konzert dazu.
Mit dem Singen hält sich Liam dezent zurück. Stattdessen rotzt er die Vocals eher ins Mikro, und das hört sich irgendwie toll an und es ist genau die vom Rezensenten angeprangerte Vertonung von 'Leck mich am Arsch'.
Mag nicht jeder toll finden, aber ich finde es großartig.
Mit Who feels Love? geht es munter weiter, auch hier werden Akustik- durch E-Gitarren ersetzt, auch hier klingt es gut. Liam sabbelt dann wieder unverständliche Worte ins Mikro, und mit Supersonic steht dann der erste Klassiker auf der Setlist. Und mir ist keine annähernd so gute Liveversion dieses Liedes bekannt. Da passt einfach alles.
Shakermaker folgt darauf und steht dem in nichts nach.
Bei Step Out übernimmt Noel zum ersten Mal den Lead-Gesang. Routiniert und weit besser als im Lied zuvor. Dann folgt mit Gas Panic! wieder ein neuer Song, und auch hier singt Liam weniger als dass er die Töne ins Mikrofon presst, und an wenigen Stellen passt dies so gut wie in diesem Song. Noel verliert sich am Ende ein wenig in Gitarren-Geschwurbel, aber ansonsten eine ganz starke Leistung.
Roll With It und Stand by me werden dann ebenso routiniert und ordentlich 'heruntergespielt' wie Step Out.
Der Gesang wir an dieser Stelle durch die Aufnahmen eines anderen Konzertes ersetzt, denn wie auf der DVD zu erkennen ist, hat Liam hier mehr beleidigt als gesungen. Gut, dass das bereinigt wurde.
Es folgt Cigarettes & Alcohol. Das Lied selbst ebenfalls routiniert und nicht außergewöhnlich, beginnt aber mit einer schönen Zurschaustellung des Girartensounds. Nett!
Nach weiteren kurzen Geschwätz folgt Live Forever, und diese Performance ist mehr als nur ein Höhepunkt. Es ist eine der besten Aufnahmen, die ich je gehört habe. Und das liegt vor allem an Liams Gesang. Manche mögen die Art, wie er dieses Lied singt, zum Schreien finden, ich finde sie zum Niederknien. Gänsehaut hoch zehn!
Champagne Supernova klingt da schon wieder viel besser. Nicht ganz perfekt, aber doch großartig.
Mit Rock ’n’ Roll Star findet die Veranstaltung dann ihren wahrhaft krönenden Abschluss. Geniales Lied, genial performed. Nach reichlich Applaus gibt's dann noch ein Cover von Helter Skelter als Bonus. Braucht kein Mensch, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul.
Mag sein, dass die Oasis-Konzerte wie an der Maine Road oder in Knebworth 1996 eher einen Legendenstatus haben. Aber Familiar to Millions für mich das ultimative Oasis-Konzert.
Die musikgewordene Mittelfinger-Attitüde. Oder die perfekte Vertonung von "Leck mich am Arsch".
Das Album auf | Spotify | Amazon (CD)
Keine Kommentare :
Kommentar veröffentlichen