Sonntag, 16. März 2014

Die deutschen Unterhaltungsshows sind zu lang

Die öffentlich-rechtlichen wie auch die privaten Fernsehsender in Deutschland beschweren sich über mangelnde Quoten. Davon sind nicht zuletzt auch die zahlreichen Unterhaltungssendungen betroffen. Doch aus meiner Sicht ist deren Problem einfach: Sie sind zu lang.

Gestern Abend flimmerte eine neue Folge Klein gegen groß - Das unglaubliche Duell über die deutschen Fernsehbildschirme. Kai Pflaume hatte wieder Kinder mit außergewöhnlichen Talenten zu Gast, die gegen Prominente und andere Erwachsene antraten. Leider zog sich die Sendung zunehmend hin, was mehrere Gründe hatte: Zum einen hat man das Gefühl, das alles zumindest in ähnlicher Weise schon einmal gesehen zu haben, nicht nur bei Klein gegen groß, sondern auch in anderen Sendungen. Das Konzept ist immer ähnlich: Kandidaten mit "außergewöhnlichen" Fähigkeiten treten gegen andere, in der Regel prominente Kandidaten an. Was im Grundkonzept durchaus "ganz nett" scheint, führt leider immer häufiger zu Spielen wie gestern, bei dem über geschlagene 15 bis 20 Minuten erst ein Junge und dann Anja und Gerit Kling Hunde ihren Besitzern zuordnen mussten. Es gewann der Junge, wohl wenig überraschend für die meisten Zuschauer.

Doch das eigentliche Problem der Sendung ist ihre Länge: Sie begann um 20:15 und endete um 23:35. Exakt 200 Minuten also. Und zwar ohne Werbung. Zum Vergleich: Der Pate II mit 196 Minuten und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs mit 201 Minuten erreichen etwa die gleiche Länge. Im Gegensatz zu den Spielshows haben diese jedoch einen Spannungsbogen.
Die Länge führt nicht nur dazu, dass die Sendung sich aufgrund der Aneinanderreihung immer gleicher Muster (Kandidat wird eingeführt, das Spiel wird erklärt, das Spiel wird durchgeführt, der Kandidat erhält seinen Preis, der nächste Kandidat wird eingeführt, dessen Spiel wird erklärt,...) extrem zieht und im Verlauf des Abends immer langweiliger wird, durch die Länge läuft sie auch an ihrer Zielgruppe vorbei: Nämlich den Familien, und die werden wohl kaum alle bis kurz nach halb zwölf wach geblieben sein.

Und weil es schwierig ist, den Zuschauer, vor allem Kinder, über 200 Minuten bei Laune zu halten, verlor die Sendung trotz relativ guter Quoten gegen Ein starkes Team im ZDF.

Die Probleme mit der Länge gelten aber selbstverständlich nicht nur für Klein gegen Groß, sondern auch für weitere, ähnliche Shows wie Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen ALLE (180 Minuten), Der Quiz-Champion (150 Minuten) oder Opdenhövels Countdown (150 Minuten), um nur einige Beispiele zu nennen, haben die gleichen Probleme.
Eine Verkürzung täte jedenfalls den meisten Sendungen gut. Natürlich ist die Länge nicht alles, aber die Verantwortlichen sollten zumindest darüber nachdenken. Dann stimmt vielleicht auch die Quote wieder.

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