Freitag, 28. Februar 2014

Game of Thrones: Warum die Serie so erfolgreich ist

Heute startet auf RTL II die dritte Staffel Game of Thrones auf Deutsch, und im April wird in den USA die vierte Staffel ausgestrahlt. Doch woher kommt der Erfolg der Serie, sowohl kritisch als auch kommerziell?

1. Die Story
Die Buchvorlage ist irre komplex, nach aktuellem Stand kommen mittlerweile fast 1000 Charaktere vor, die deutsche Ausgabe rühmt sich mit den Worten "Spannung, epische Wucht und Ideen dieser Fantasy sind nicht zu schlagen - ein Meisterwerk!", zitiert aus Publishers Weekly. Und sie hat recht! Zahlreiche Charaktere mit enormem Tiefgang, überraschende Wendungen und Spannung, wie ich sie sonst noch nie in einem Roman gelesen habe ziehen sich nun über etwa 6000 Seiten, und das Ganze überträgt sich trotz einiger Änderungen auch auf die Serie.

2. Die Darsteller
Keiner der Darsteller stammt aus der ersten Riege Hollywoods, aber das schadet der Serie absolut nicht. Sie bringt großartige Darsteller aus aller Herren Länder zusammen, und deren schauspielerische Leistungen sind enorm. Es gelingt fast allen Darstellern, die charakterlichen Zeichnungen aus den Büchern auf den Bildschirm zu bringen, und das obwohl mit jeder neuen Staffel wieder neue Figuren hinzukommen.
Wer auch immer für das Casting der Serie verantwortlich war, hat großes geleistet.
Das beste Beispiel ist für mich Joffrey Baratheon: Normalerweise sind mir die gemeinen Figuren in Film und Literatur die liebsten, doch dieser Charakter ist so gut gespielt, es gelingt mir einfach nicht, irgendwelche Sympathien für ihn zu entwickeln.

3. Die Ausstattung 
Spätestens nach Ausstrahlung der ersten Staffel hat HBO viel Geld in die Hand genommen, und das sieht man der Serie an. Ebenso wie die Charakterzeichnung ist die Gestaltung der Kulissen so detailliert und durchdacht wie in keiner anderen Fernsehproduktion. Was da gezeigt wird, reicht um in Hollywoods erster Reihe mitzumischen. Für die digitalen Effekte gilt mittlerweile das Gleiche.

4. Die Serie spricht das Publikum an...
..., welches eher männlich geprägt ist. Wie auch die Buchvorlage, enthält auch die Fernsehserie viel Blut, Action und nackte Haut. Alles eher Männderdomänen, was aber keineswegs heißt, dass die Serie nicht auch zahlreiche weibliche Fans hat. Ebenso wie die Fans werden aber auch die Kritiker zufrieden gestellt, weil das Ganze in eine epische Story mit gut gespielten Charakteren und Bezügen zur heutigen Welt verpackt ist.

Die Gründe für den Serienerfolg liegen insgesamt vor allem darin, dass sich HBO viele Freiheiten erlauben kann und die Serie im Gegensatz zu den meisten deutschen Produktionen weitestgehend unabhängig von irgendwelchen Quoten ist. Letztendlich tragen aber natürlich auch George R.R. Maritns Vorlage und die Ausführung durch die Produzenten Benioff und Weiss zum Erfolg bei.
Bleibt zu hoffen, dass Martin den nächsten Teil der Romane zügig fertigstellt, um mit der Serie mithalten zu können und dass es Produzenten, Regisseuren, Ausstattern und Schauspielern gelingt, das hohe Niveau der Serie zu halten.

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